Prophylaxe bedeutet, Augenkontakt zum Mund zu halten, um dadurch als Patient selbst für seine Mundgesundheit verantwortlich und aktiv zu werden. In der heutigen Zahnmedizin findet ein Paradigmenwechsel mit einer Abkehr von der rein heilenden hin zur vorbeugenden Behandlung statt. Ein sauberer Zahn wird selten krank. Lebenslange Prophylaxe ersetzt lebenslange Behandlung, denn „gesund beginnt im Mund“. Die Prävention (= Vorbeugung) von Zahn- und Zahnbetterkrankungen steht heutzutage im Mittelpunkt, die „drill-and-fill“ (bohren und füllen) – Mentalität gehört der Vergangenheit an. Die Grundvoraussetzung um bereits behandelte, also mit Füllungen oder Kronen bzw. Brücken versorgte Zähne oder etwa Implantate dauerhaft gesund zu erhalten, ist eine regelmäßige Prophylaxe.
Warum Prophylaxe?
Fakten:
Männer unter 50 Jahren haben ein 2x so großes Risiko an den Herzkranzgefäßen zu erkranken, wenn Karies und Parodontitis (Zahnbetterkrankung) vorliegen, als Männer mit Mundgesundheit
Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei Vorliegen einer Parodontal- (=Zahnbett) Erkrankung 2,8x höher
Das Risiko, ein untergewichtiges Kind zu gebären, ist um das siebenfache erhört, wenn keine Mundgesundheit vorliegt
Erhöhtes Risiko einer Arteriosklerose durch Parodontitis
Studie der IDZ: Aufklärungsbedarf zu Parodontalerkrankungen ist hoch, das Wissen um die Entstehung, Erkennung und Vorbeugung ist unzureichend, 80% aller Deutschen leiden an Zahnfleisch/-bett-Entzündungen, die häufig nicht erkannt und zu selten behandelt werden
Die Säulen der modernen Prophylaxe
Häusliche Mundhygiene des Patienten, also regelmäßige Zahnpflege incl. Zahnseide, evtl. speziellen Zwischenraumbürsten, Spüllösungen etc. pp.
Professionelle & regelmäßige Mundhygiene in der Praxis (Professionelle Zahnreinigung)